Freitag, 3. Juli 2026

Filmtipp: Die Camino-Therapie - Finde deinen Weg

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Frankreich 2026 | Pilgerdrama | Ab 12 Jahren | 113 Minuten
Regie: Yann Samuell |
Darsteller: Alexandra Lamy, Julien Le Berre, Mélanie Doutey, Maëlle Vidou |

Eine suspendierte Lehrerin, ein wütender Jugendlicher und 2.000 Kilometer Jakobsweg: Yann Samuell erzählt nach wahren Begebenheiten von einer ungewöhnlichen Resozialisierungsmaßnahme, bei der die Schuhe ebenso auf die Probe gestellt werden wie vorgezeichnete Lebensentwürfe… Ein so bewegendes wie unterhaltsames Roadmovie zu Fuß über zweite Chancen, alte Wunden und neue Perspektiven – mit viel Humor, großer emotionaler Kraft und einem bemerkenswerten Blick für die kleinen Momente des Wandels.

Die Lehrerin Fred (Alexandra Lamy) und der rebellische Jugendliche Adam (Julien Le Berre) könnten unterschiedlicher kaum sein. Während Fred an ihrem zunehmend wankenden, aber geordneten Leben festhält, versucht Adam seiner Vergangenheit aus Pflegeheimen, Schulverweisen und Jugendhaft um jeden Preis zu entkommen. Ein Resozialisierungsprogramm führt die beiden gemeinsam auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Zwischen Streit, Schweigen und unerwarteten Wendungen werden sie gezwungen, sich ihren Problemen zu stellen… Pilgerreisen haben sich längst zu einem eigenen Kino-Subgenre entwickelt. Diesbezüglich erfindet Yann Samuell das Rad also nicht neu, doch findet er einen sehr sympathischen und erfrischend berührenden Zugang zu seiner bewegenden Geschichte, inspiriert von realen Geschehnissen. Im Mittelpunkt stehen die gescheiterte Lehrerin Fred und der straffällige Jugendliche Adam, die widerwillig gemeinsam den Jakobsweg antreten und dabei mehr Ballast mit sich tragen als ihre Rucksäcke. Alexandra Lamy überzeugt als Frau, die selbst Orientierung sucht, während Julien Le Berre dem verletzlichen Adam eine glaubwürdige Mischung aus Wut, Trotz und Sensibilität verleiht. Besonders stark sind die Momente, in denen seine kreative Seite und sein überraschendes Rap-Talent zum Vorschein kommen. Beeindruckende Landschaften, trockener Humor und warmherzige Menschlichkeit – ein ebenso kurzweiliger wie hoffnungsvoller Film, der keine Wunder verspricht, aber wunderschön daran erinnert, dass Veränderung oft mit dem ersten Schritt beginnt.

Läuft im Kandelhof Freiburg
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Eintrag vom: 03.07.2026